fahrzeugcode für startnummer 10

bereitgestellt ausschließlich für die Herkomer Konkurrenz in Kooperation mit edvhauck GmbH, Kaufering

beckmann

Baujahr: 1911


Zuordnung in Gruppe:

A (1904 und älter)

B (1905 bis 1918)

C (1919 bis 1930)


Herkunftsland:

Norwegen


Technische Fahrzeugdaten

 

Hersteller der Karosserie:

Beckmann

Herkunftsland des Fahrzeugs:

Breslau, Schlesien

Hubraum in ccm:

5330 ccm

Anzahl der Zylinder:

4

Leistung in PS:

45

Höchstgeschwindigkeit:

noch unbekannt

 

Fahrzeug entspricht dem Original 

 


Allgemein Wissens- und Erwähnenswertes

Der Beckmann Doppel-Phaeton 21/45 PS wurde im Jahr 1911 von der Automobilfabrik Otto Beckmann, Breslau, hergestellt. Diese Firma hat von 1898 bis 1926 Automobile produziert - heute gilt Beckmann fast als erloschene Marke der Automobilgeschichte, bis zu Erscheinen dieses weltweit einzig überlebenden Fahrzeugs aus 29 Jahren Automobilbau der Marke Beckmann.

 

 

Familie Beckmann verfolgte das Ziel, ihre Automobile in hohen Stückzahlen zu verkaufen, deshalb wurde für ein Netz an Vertriebsbüros gesorgt, u. a. in Berlin, Leipzig und Frankfurt am Main. Erfolgreichstes in Petersburg – auch die russische Zarenfamilie kaufte 1908 einen Beckmann-Wagen

Otto Beckmann Senior zunächst spezialisiert auf Metallverarbeitung (Rohrleitungen aus Metall und Uhrmacherteile), dann auch Fahrräder - seinerzeit die besten der Region! Otto Beckmanns Sohn Paul ist der Einstieg in die Automobilindustrie zu verdanken. er war bereits erfolgreicher Teilnehmer an den Herkomer Konkurrenzen 1906 und 1907, gewann 1906 die silberne und 1907 strafpunktefrei die goldene Plakette. Jetzt schließt sich der Kreis, wo der Beckmann nach 100 Jahren Dornröschenschlaf wieder bei der Herkomer Konkurrenz an den Start geht. Er erfand auch den ersten Sicherheitsgurt: ein einfacher über das Becken verlaufender Lederriemen, mit dem Paul Beckmann sine 3 Kinder bei jeder Ausfahrt anschnallte.

 

Ilse Beckmann, Paul Beckmanns Tochter, begann 1922 Karriere als Rennfahrerin – stärkte das Markenimage auch via Motorsport. Erwähnenswert ist ihre Bravourleistung, als sie auf den bloßen Felgen die Ziellinie überquerte.

Erfinder des ersten Sicherheitsgurtes ein:

 

Zur Historie dieses Fahrzeugs:

 

Zunächst im Deutschen Reich zugelassen, Angaben dazu existieren nicht. Wie viele andere Autos wurde es nach Beginn des Ersten Weltkriegs offenbar für den Kriegseinsatz requiriert und als Heereskraftwagen eingesetzt.

 

Nach Kriegsende, im Jahr 1920, ist dieser Beckmann, wie etwa 22 000 andere ehemalige Heeresfahrzeuge, nach Reparatur und Aufbau einer neuen Karosserie exportiert worden. Das war ein Beitrag zur Begleichung der enorm hohen Reparationsleistungen, die das Deutsche Reich zu tragen hatte.

 

Der Beckmann gelangte nach Nord-Schweden, wo er im Dezember 1920 für einen Großhändler zugelassen wurde. Dieser veräußerte das Auto 1924, doch schon ein Jahr später wurde es - nach insgesamt 14 strapaziösen Betriebsjahren - stillgelegt und laut Zulassungsdokumenten verschrottet. Das stimmte so nicht ganz, denn die Fahrzeugbasis (Chassis, Motor, Getriebe und einiges mehr) ist irgendwo eingelagert worden und begann einen Dornröschenschlaf, still vor sich hin rostend.

 

Gut 60 Jahre später entdeckte der Urenkel des Herstellers nach langjährigen Recherchen die Fragmente bei einem Farmer und Oldtimer-Sammler in Süd-Schweden. Der Besitzer sagte den Wiederaufbau zu, hielt sein Versprechen aber nicht ein und trennte sich wieder von dem Chassis. Weitere 20 Jahre später fand sich ein Käufer dafür, und zwar in Oslo. Es war 2007, als der heutige Besitzer den Mut und Optimismus aufbrachte und damit begann, daraus wieder ein Automobil zu machen. Er und der Urenkel des Herstellers lernten sich kennen und beide fieberten den Aufbau-Fortschritten entgegen.

 

 

Der authentische Wiederaufbau war unerwartet schwierig und zeitaufwändig und kam zwar Anfang 2024 zum Abschluss, es fehlte jedoch an behördlichen Genehmigungen und Abnahmen. 2026 sind nun alle Auflagen erfüllt.

 


Quellen: 

Die Angaben stammen vom jeweiligen Eigentümer des Fahrzeugs und wurden teilweise ergänzt mit frei zugänglichen Informationen aus dem Internet wie z. B. Wikipedia. Die Erstellung dieser Seite erfolgte von der Stadt Landsberg am Lech in Kooperation mit der Fa. edvhauck GmbH, Kaufering anlässlich der im zweijährigen Turnus statt findenden Herkomer Konkurrenz - verfasst von Heike Eisele, Stadt Landsberg am Lech.
Alle Informationen zur Veranstaltung unter www.herkomer-konkurrenz.de 

Diese Seite wurde erstellt und gesponsert von

 

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